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Mitarbeiterabrechnung

WICHTIGE INFOS ZU DEN THEMEN LOHNSTEUER, SOZIALVERSICHERUNG UND KURZFRISTIGE BESCHÄFTIGUNG

Durch die Kurzfristige BeschĂ€ftigung hat der Gesetzgeber ein befristetes ArbeitsverhĂ€ltnis geschaffen, welches als Grundmodel fĂŒr Saisonarbeiten dient.

Arbeitnehmer können so bis zu 70 Tage als Kurzfristig BeschĂ€ftigte/-er arbeiten, solang sie diese TĂ€tigkeiten nicht berufsmĂ€ĂŸig ausfĂŒhren. Dadurch können vor allem SchĂŒler, Studenten und Auszubildende aber auch Teil- und VollzeitbeschĂ€ftigte etwas hinzuverdienen.

Wichtig ist, wie der Name schon sagt, die Befristung anzugeben, ebenso wie einen Befristungsgrund.

Durch dieses BeschĂ€ftigungsmodel haben der Arbeitnehmer wie auch der Arbeitgeber den Vorteil, dass keine Sozialversicherungsabgaben gezahlt werden mĂŒssen. Dennoch arbeitet der Arbeitnehmer auf Lohnsteuerkarte und muss wie bei anderen AnstellungsverhĂ€ltnissen Lohnsteuer abfĂŒhren, was eine Abrechnung ĂŒber den Gewerbeschein unmöglich macht, da so der Straftatbestand einer ScheinselbststĂ€ndigkeit entsteht.

Lohnsteuer

Bei der Kurzfristigen BeschĂ€ftigung muss der Arbeitgeber die Lohnsteuer wie gewohnt vom Bruttolohn des BeschĂ€ftigten abziehen und an das Finanzamt abfĂŒhren. Der Prozentsatz liegt bei 0 bis 15 % je nach Status (Student, Azubi, ALG). Der Großteil, teilweise sogar der gesamte Teil, kann zum Ende des Jahres durch die EinkommensteuererklĂ€rung aber wieder zurĂŒckgeholt werden.

ErklÀrung zur Lohnsteuerberechnung

In Deutschland ist der Steuersatz progressiv, dies bedeutet er hĂ€ngt vom Jahreseinkommen ab – je höher das Jahreseinkommen, desto höher liegt auch der Steuersatz. Daher muss bei der Kurzfristigen BeschĂ€ftigung ein Jahreseinkommen geschĂ€tzt werden. Dies geschieht, indem das pro Tag verdiente Geld auf das ganze Jahr, dementsprechend 360 Tage, hochgerechnet wird. Dadurch wird in den meisten FĂ€llen ein sehr hohes Jahreseinkommen geschĂ€tzt, was einen relativ hohen Steuersatz nach sich zieht.

Da eine Kurzfristige BeschĂ€ftigung aber nur an wenigen Tagen im Jahr ausgefĂŒhrt wird, fĂ€llt das tatsĂ€chliche Jahreseinkommen viel geringer aus. Aus diesem Grund ist es fĂŒr den Arbeitnehmer ratsam, eine SteuererklĂ€rung abzugeben, um so den tatsĂ€chlichen Jahresverdienst zu ermitteln und sich dadurch einen Großteil der Lohnsteuer zurĂŒckzuholen. Hat der BeschĂ€ftigte ein Jahreseinkommen von unter 9.000 €, erhĂ€lt er die komplette Lohnsteuer vom Finanzamt zurĂŒck.

Hinweise zur Lohnsteuerklasse

Bei einer Kurzfristigen BeschĂ€ftigung wird der Lohnsteuerabzug tageweise ermittelt. Der Lohnsteuer-Rechnerermittelt dies anhand der Steuerklasse. Dabei werden nur die Lohnsteuerklassen I und VI berĂŒcksichtigt, welche ĂŒblicherweise bei SchĂŒlern, Studenten, Auszubildenden sowie TeilzeitbeschĂ€ftigten angewandt werden.

Desweiteren besteht auch die Möglichkeit, die Lohnsteuer mit 25 % zu pauschalisieren, was fĂŒr den Arbeitnehmer aber eher ungĂŒnstig ist und daher nur in seltenen FĂ€llen angewandt wird.
ZUM LOHNSTEUER-RECHNER

Keine SozialversicherungsbeitrĂ€ge – dafĂŒr aber Umlagen

Bei einer Kurzfristigen BeschĂ€ftigung mĂŒssen weder Arbeitgeber noch Arbeitnehmer Sozialversicherungsabgaben zahlen. Somit mĂŒssen generell keine BeitrĂ€ge in die Unfall-, Renten-, Pflege-, Arbeitslosen und Krankenversicherung eingezahlt werden.

Die Vorteile liegen damit klar auf der Hand. Der Arbeitnehmer erhÀlt mehr Nettolohn und der Arbeitgeber hat geringere Lohnkosten.

Einziger Unterschied fĂŒr den Arbeitgeber ist, dass dieser zusĂ€tzlich zum Gehalt die Umlagen U1, U2 und U3 zahlen muss. Diese liegen insgesamt bei ca. 1,45 % des Bruttolohns und setzen sich aus der Umlage 1 (Entgeldfortzahlung im Krankheitsfall ca. 1 %), der Umlage 2 (Mutterschutz Ausgleich ca. 0,3 %) und der Umlage 3 (Insolvenzgeldumlage ca. 0,15 %) zusammen.

Kurzfristige berufsmĂ€ĂŸige BeschĂ€ftigung

Neben der AusĂŒbung der hauptberuflichen TĂ€tigkeit hat der Gesetzgeber eine Möglichkeit der kurzfristigen BeschĂ€ftigung entworfen. Diese Option ist hauptsĂ€chlich fĂŒr die AusĂŒbung saisonaler Arbeiten entwickelt worden. Um diese Art der BeschĂ€ftigung nutzen zu können, muss man dementsprechend in Vollzeit, Teilzeit oder als SelbststĂ€ndiger tĂ€tig sein. Berufsgruppen wie SchĂŒler, Studenten, Auszubildende oder Rentner können diese Verdienstform ebenso in Anspruch nehmen.

Folgende Personengruppen sind von der Inanspruchnahme ausgeschlossen: Arbeitssuchende, Ausbildungssuchende und VĂ€ter oder MĂŒtter in Elternzeit. Aufgrund der Annahme, dass diese Personen die kurzfristige BeschĂ€ftigung berufsmĂ€ĂŸig ausfĂŒhren.

Erlaubte Personengruppen

  • SchĂŒler, Studenten, Auszubildende
  • BrĂŒckenzeitraum zwischen Schule und Studium
  • Hausfrauen / HausmĂ€nner
  • Angestellte in Vollzeit/Teilzeit
  • Minijobber
  • SelbststĂ€ndige (Hinweis)

Nicht erlaubte Personengruppen

  • Arbeitslose/Arbeitssuchende
  • VĂ€ter oder MĂŒtter wĂ€hrend der Elternzeit
  • BrĂŒckenzeitraum zwischen Schule und Ausbildung
  • BrĂŒckenzeitraum zwischen Ausbildung und Studium
  • BrĂŒckenzeitraum zwischen Studium und Arbeit
  • Kurzfristige BeschĂ€ftigung, die siebzig Tage im Jahr ĂŒberschreiten

Hinweis fĂŒr SelbststĂ€ndige: Voraussetzung ist die Zahlung einer privaten Krankenversicherung, die das Berufsbild in SelbststĂ€ndigkeit rechtfertigt. Ist dies der Fall, könne Sie in ein ArbeitsverhĂ€ltnis der kurzfristigen BeschĂ€ftigung treten.

Maximale BeschÀftigungszeit im kurzfristigen ArbeitsverhÀltnis

Die maximale BeschÀftigungszeit im kurzfristigen ArbeitsverhÀltnis liegt bei siebzig Tagen im Jahr. Diese Festlegung wurde mit Inkrafttreten der Zahlung von Mindestlohn ab 01. Januar 2015 rechtskrÀftig und auf vier Jahre fixiert. Demzufolge endet die Höchstgrenze zum 31. Dezember 2018.

Pro Jahr darf jeder, der zu der berechtigten Personengruppe gehört, siebzig Tage in einer kurzfristigen BeschĂ€ftigung tĂ€tig werden, unabhĂ€ngig von der Anzahl der BeschĂ€ftigungsverhĂ€ltnisse. Ausschlaggebend ist die Dauer der BeschĂ€ftigung von maximal siebzig Tagen pro Kalenderjahr. Bei Überschreitung dieser Grenze fallen fĂŒr diese TĂ€tigkeit SozialversicherungsbeitrĂ€ge an und es handelt sich somit nicht mehr um eine Kurzfristige BeschĂ€ftigung. Weiterhin gilt mit Überschreitung einer durchgĂ€ngigen dreimonatigen Anstellung (bei einer FĂŒnf-Tage-Woche) die Kurzfristige BeschĂ€ftigung als nichtig. Dabei ist es nicht relevant, ob die siebzig Tage eingehalten wurden oder nicht. Eine Anstellung lĂ€nger als drei Monate zĂ€hlt nicht als kurzfristige BeschĂ€ftigung.

Unterschiede der BeschĂ€ftigungsarten kurzfristig und geringfĂŒgig

Es bestehen Unterschiede zwischen einer kurzfristigen BeschĂ€ftigung und der AusĂŒbung eines Minijobs.

1.) Bei einer geringfĂŒgigen BeschĂ€ftigung/Minijob liegt die Verdienstgrenze im Monat bei 450,00 Euro.

2.) Bei einer kurzfristigen BeschĂ€ftigung liegt die Höchstgrenze an Arbeitstagen im Jahr bei siebzig. Diese Art der BeschĂ€ftigung wird nicht berufsmĂ€ĂŸig ausgefĂŒhrt.

Kurzfristige BeschĂ€ftigung RegulĂ€r BeschĂ€ftigte GeringfĂŒgig BeschĂ€ftigte
Einkommenslimit – – Maximal 450,00 Euro/Monat
Arbeitslimit Maximal 70 Tage/Jahr – –
Abgaben AN 1,45% Umlagen U1, U2, U3 Etwa 21,00 % Kranken/ Renten/ Pflege/ Arbeitslosen/ Unfallversicherung und Umlagen U1, U2, U3 28,99 % Kranken/ Rentenversicherung und Umlagen U1, U2, U3
Abgaben AG – Etwa 20,00 % Kranken/ Pflege/ Arbeitslosen/ Rentenversicherung 3,90 % Rentenversicherung (Befreiung möglich)
Rechtliche EinschrĂ€nkungen Nicht berufsmĂ€ĂŸig – –
Lohnsteuer Nach Steuerkarte Nach Steuerkarte 2,00 % Pauschalsteuer wird vom AG getragen
Allgemeine EinschrĂ€nkungen Änderung der SteuersĂ€tze bei Überschreitung von 62,, Euro pro Tag – Andere SteuersĂ€tze fĂŒr Privathaushalte die Minijobber beschĂ€ftigen

Lohnsteuerklasse bei Minijob und Kurzfristiger BeschÀftigung

Bei geringfĂŒgiger BeschĂ€ftigung als Minijob ist die TĂ€tigkeit als kurzfristig BeschĂ€ftigter erlaubt (Beispiel: geringfĂŒgig beschĂ€ftigt als Aushilfe im Verkauf an Werktagen und am Wochenende Aushilfe bei Firmenveranstaltungen).

Ein Angestellter darf monatlich ein ArbeitsverhĂ€ltnis ĂŒber die Lohnsteuerklasse I abrechnen. ZusĂ€tzliche BeschĂ€ftigungsverhĂ€ltnisse werden ĂŒber die Lohnsteuerklasse VI abgewickelt. In dieser Steuerklasse werden keine FreibetrĂ€ge berĂŒcksichtigt. Daher ist es sinnvoll das ArbeitsverhĂ€ltnis mit dem höheren Verdienst ĂŒber Steuerklasse I laufen zu lassen, da dies ein höheres Nettogehalt verspricht. Jedoch wird fĂŒr die Einkommensteuerzahlung am Jahresende der gesamte Jahresverdienst aller BeschĂ€ftigungsarten zusammengerechnet. Daher sinkt durch die Splittung der TĂ€tigkeiten in unterschiedliche Steuerklassen nicht das zu versteuernde Einkommen des Gesamtjahres.

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Sophia Engel
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